Das Wort Abenteuer kommt aus dem Lateinischen- von Advenire - und bedeutet Ankunft. Damit umgrenzt es seinen ganzen Inhalt - nach einem richtig bestandenen Abenteuer ist man angekommen: bei sich selbst.

(Bruno Baumann aus "Karawane ohne Wiederkehr")

Am 21.10.2005 sollte es endlich soweit sein. Der lange gehegte Traum sollte endlich Wirklichkeit werden. Um 15:45 trafen sich Cowrinna, Latus und ich am Terminal des Autoreisezuges in Düsseldorf, um gen Afrika zu starten. Nach einer nächtlichen Fahrt durch Deutschland und Frankreich trafen wir am nächsten Morgen auch unser 4. Crewmitglied Jörg am Bahnhof von Narbonne.
Schnell waren wir uns einig, dass der Weg nach Afrika ein kurzer werden sollte. Deshalb ging es auch zügig bei bestem Wetter weiter. Dem deutschen Herbst den Rücken kehrend, stoppten wir auch nur zum Schlafen in Cambrill auf einem Übernachtungsplatz sowie kurz vor Almeria auf dem schönen Campingplatz "Los Escullos".

Bei einem leckeren Abendessen und einem Glas Wein genossen wir Spanien noch einmal, bevor wir früh morgens zum Hafen von Almeria aufbrachen. Die erste Fähre nach Nador sollte die unsigre sein.

Um kurz nach 6 Uhr morgens standen wir am Schalter der Ferrimaroc, aber leider fuhr die Fähre erst um 12 Uhr nach einstündiger Verspätung nach Nador ab.
Dann ging es in einer 6-stündigen Überfahrt endlich nach Afrika.. Bestes Wetter bescherte uns Landratten eine traumhafte Reise, geleitet von Delfinen.

Auf den Tipp eines deutschen LKW-Fahrers und seines türkischen Kollegen fuhren wir entgegen unserer Absichten doch noch in der Dunkelheit bis nach Guacif, um auf dem Zeltplatz im Ort zu übernachten. Nach unseren Rumänienerfahrungen hatten wir das vermeiden wollen, aber in der trubeligen Küstenstadt Nador wollten wir auch nicht bleiben. Dass die Straßen ins Landesinnere jedoch von solch guter Qualität sein würden, hätten wir uns nicht träumen lassen. Da sind deutsche Landstraßen ein regelrechtes Abenteuer...

Natürlich haben Latus und ich es uns nicht nehmen lassen, am Zeltplatz am Ramadanfest teilzunehmen. Dieserlei Einladungen darf man einfach nicht ablehnen. Bei Fanta fanden wir uns inmitten der Feiernden wieder und bewunderten die exotische Musik, den Tanz der Verschleierten sowie die riesigen Wasserpfeifen, die herumgereicht wurden. Erst gegen 2Uhr30 rollten wir uns in unsere Schlafsäcke, während die Musik und das Kopfkino weiter spielten. Schade für den Rest des Teams, der den frühen Schlaf vorgezogen hatte.

Die wiederum lachten, als wir am frühen Morgen verschlafen aus der Pooftüte kletterten. Eine grandiose Strecke erwartete uns an diesem Tag, denn nun sollten wir endlich Marokko bei Tag erleben. Bei angenehmen Temperaturen steuerten wir unsere Dickschiffe weiter gen Süden.

Der grosse Sandkasten lockte und deshalb sollte es schnell durchs Land gehen. Trotzdem genossen wir diesen Tag sehr. Nach einigen wilden Schusswechseln mit unseren Kameras landeten wir am frühen Abend am Kasbah Hotel Jurassique N32 09.250 W4 22.521 2km entfernt vom Tunnel de Legionaire am Qued Ziz gelegen.

Obwohl wir nur den Campingbereich des Hotels nutzen, wurden wir mehr als nur nett empfangen. Die bald schon heißen Duschen waren ein Traum nach dem langen staubigen Tag. Nach der Besichtigung verschiedener Hotelzimmer genossen wir den Sonnenuntergang von der Dachterasse und freuten uns auf unsere erste Tagine aus der Küche des Hotels.

Die war denn auch ein echter Genuss ohne Reue. Als dann noch ein grandioser Sternenhimmel den Tag abschloss, feierten wir Jörgs Geburtstag, um kurz nach Mitternacht zufrieden wieder in unsere Zelte zu krabbeln.

Ein toller Tag

Am 26. Okt. ging es weiter über beste Straßen und erst der Camping de la Source Bleue N31 51.398 W4 16.952 in Meski konnte uns stoppen. Auch wenn wir hier nicht zum Übernachten angehalten hatten, lohnte sich der Stopp. Die Oase lockte nicht nur mit Schatten und besten Fotomotiven. Die freundlichen Händler vor Ort gaben uns eine weitere Lektion in marokkanischem Handeln. Nachdem uns hektoliterweise Tee auf Einkäufe eingestimmt hatten, wechselten deutsche und marokkanische Textilien die Besitzer.
Nur dem Lockruf der Piste war es zu verdanken, dass wir diesen Tag nicht auch hier beendeten. Noch heute wollten wir endlich Sand unter die Stollen bekommen. In Erfud verliessen wir denn auch die Straße. Die 18500 Einwohner zählende Stadt sollte fürs erste die letzte dieser Größe gewesen sein.

Nun sollte sich auch bald herausstellen, ob der Sand eine neue Liebe werden würde oder die kommenden Blessuren diese Begegnung zu einem flüchtigen Abenteuer werden lassen sollte....

Jeder von uns hatte hier die Möglichkeit, erste Erfahrungen zu sammeln. Hierbei zahlten sich die vielen Offroadkilometer aus, die Latus und ich bereits hinter uns hatten. Auch mein konsequentes Fitnesstraining des letzten Jahres sollte sicht umsonst gewesen sein, wenn ich auch kaum mit der Fitness unserer Matrathonläuferin mithalten konnte. In der Hitze des Tages war das Fahren eben auch eine Herausforderung.

Das zeigte sich schnell, als Jörg nach einer Weichsandpassage einen spektakulären Abflug zeigte und sich Alukoffer und Ego verbeulte.

Wie heißt es doch?

Wenn Du meinst Du bist am Ort angekommen an dem noch kein Mensch war, ist immer schon ein Niederländer da...Dieses Mal in Form von Marica und Noel, die mit Ihrem Toyota auf langer Reise waren und Jörgs kaltverformten Koffer mitnahmen. Ich hatte uns den Campingplatz Ksar Sania als Etappenziel ausgeguckt und die beiden begleiteten uns dort hin.

Als sich heraus stellte, dass der Campingplatz sehr angenehm war, entschlossen wir uns alle zu bleiben. Wir verbrachten den Abend gemeinsam vor unseren Zelten und dem Toyota und lernten unsere neuen Freunde besser kennen. Wir bewunderten Maricas professionelle Fotoarbeiten und fachsimpelten mit Noel um die Wette. Schon hier zeichnete sich ab, dass diese Gemeinschaft länger bestehen sollte.

Bald kommt der nächste Teil ...

unsere Tour nach Zagora