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| Am 10.09.2006 war es mal wieder soweit. Das Team der Magreb Challenge 2006 startete zur diesjährigen Tour. Nachdem Rupert die frische Ware für die Ténéré Klinik entladen hatte, konnten auch wir den Truck beladen. Im Bauch des genialen Anhängers verschwanden nach und nach 2 HPN Maschinen von Claudi und Werner sowie unsere beiden Super Ténérés von Latus und mir. Das Abenteuer konnte also los gehen. | ||||||||||||||||||
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Später werden in Düsseldorf noch die vier anderen Maschinen beigeladen. Hierbei haben sich unsere Maschinen mit BMW´s und einer Varadero zu vertragen. Das funktioniert prächtig, und auch alle Fahrer halten es gut auf der folgenden Fahrt durch halb Europa zusammen aus. |
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Gesund und relativ munter steigen wir am 11.09.2006 bei strahlendem Sonnenschein und 37 Grad in Spanien aus. Die Mopeds scharren schon mit den Stollen. Also noch einmal vielen Dank an Rupert, die Mitfahrer verabschieden und Tel.-Nummern austauschen, und schon dürfen die Maschinen losbollern... | |||||||||||||||||
| Gierig beißen unsere Stollen in den heißen spanischen Asphalt und beschleunigen uns durch kleine Straßen 222,2 km weit bis nach Cambrill del Mar. Nach einer Dusche und einem grandiosen Feuerwerk am Strand geht es in die Pooftüten. Das haben wir uns verdient. Aus Claudi´s und Werners Plan, die erste Nacht unter freiem Himmel zu verbringen, wird allerdings wenig. Wahrscheinlich muss den Menschen mal wieder gezeigt werden, wer der Herr im Hause ist, und so wird in dieser Nacht das Feuerwerk vom Abend mit einem Gewitter in den Schatten gestellt, das seinesgleichen sucht. Wassermassen, welche den Platz komplett unter Wasser stellen, 3-5 Blitze in der Sekunde und ohrenbetäubender Donner lassen uns kein Auge schließen, Claudi und Werner Bestzeiten im Zeltaufbau hinlegen und unsere Schlafsäcke noch einmal gründlich durchwaschen. | ||||||||||||||||||
| Die erste "Sonderprüfung" bringt uns am 12.09.2006 nach 735,5 km bis zur Fähre nach Almeria. Somit haben wir die Bummelei vom gestrigen Tag perfekt neutralisiert. Das Wetter hat sich 200 km vor Almeria entschlossen, andalusische Verhältnisse zu präsentieren und unterstützt uns somit perfekt. Vergessen ist das Sauwetter der letzen Nacht. Afrika, wir kommen... |
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Relativ pünktlich geht es denn auch um 23:30 in See. Die Enduros stehen perfekt verzurrt im Bauch der Fähre; wir machen es uns bequem auf den kalten Stahlplanken des Dampfers und versuchen die nächsten 6 Stunden zu schlafen. Irgendwie etwas verbeult und durchgekühlt, aber voller Tatendrang erreichen wir nach einer Nacht ohne Isomatte oder Schlafsack (selbst Schuld) gegen 7 Uhr Nador. Die Knochen schmerzen noch nach der Nacht im Tuareg-Fahreranzug auf dem grünen Eisenboden, aber das Abenteuer ruft. Bei der Einreise geht zunächst einmal alles klar. Wir kommen schnell voran und weisen alle Agenten ab. Dann kommt der Moment der Wahrheit. Als der Zollbeamte einen Agenten herbei ruft, um uns beim Ausfüllen der Einreisekarten zu helfen, fällt diesem auf, dass unsere grünen Versicherungskarten nicht für Marokko frei geschaltet sind (das war dem Zöllner gar nicht aufgefallen). Mich stört das wenig, wollte ich ohnehin nicht ohne Versicherung einreisen. Latus hat frühzeitig eine Versicherung gewählt, die diesen Service noch bietet, und ist raus. Claudi hat noch eine alte grüne Karte, auf der Marokko auch noch eingetragen ist. Werner und ich aber dürfen zum nahe gelegenen Versicherungsbüro tapern, bevor man uns ins Land lassen will. Stolze 87 EUR wechseln aus meiner kargen Urlaubskasse zur breit lächelnden, hübschen Versicherungsmaklerin, die auch um keinen Cent mit sich handeln lassen will. Sie ist total gelassen. Weiß sie doch, dass wir von dem kleinen Papier abhängig sind, um ins Land zu kommen. Wir zahlen die Horrorgebühr und gehen zähneknirschend. Ihr Charme bewahrt sie vor mürrischen Bemerkungen meinerseits. Andere sind hier weniger wohlwollend. Ich denke, meine Versicherung wird bei der nächsten Gelegenheit zu wechseln von mit hören. Diese Kosten müssen nicht sein, und div. Mitbewerber machen hier nicht solche Einschränkungen. Das hatte ich der A&M allerdings schon vor der Reise mitgeteilt. Ich bin mal gespannt, ob ich die Prämie für die Zeit meines außereuropäischen Aufenthaltes wie versprochen erstattet bekomme... |
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Nachdem sich Nador für uns noch einmal sauber gemacht hat (Regen zur Begrüssung) und wir deshalb ein paar nette Stunts auf den glatten Straßen der turbulenten Stadt aufgeführt haben, sind wir froh, nach einem ersten "Thé de Mente" und ein paar Küchlein endlich die ersten Landstraßen unter die Räder zu bekommen. Das Wetter hat sich nun auf Urlaub eingestellt, und wir zeigen dankbar, dass es genau das war, was wir "gebucht" haben.
Dass dies die letzten Tage mit Motorradjacke sein werden, ahnen wir noch nicht. Umso größer ist der Ärger, als ich bemerke, dass ich besser ein Fahrerhemd mitgenommen hätte als die Tuareghose mit Innenfutter. Die Pharaohose (Zipoff) tut es auch sehr angenehm, wenn ich auch später feststellen muss, dass sie in Sachen Qualität nicht mit der Tuareg mithalten kann. Jetzt muss das Tour-Shirt den Job des Fahrerhemdes übernehmen und mein Protektorenhemd optisch aufwerten. Die Jacken dürfen schon bald im Gepäck weiter mitreisen, um dort alleine zu schwitzen. |
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Erstes Biwak auf dem Plateau du Rekkam nach 271 km langer Tagesetappe am 13.09. |
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| Der zweite Marokkaner des Abends geht auch ohne Cadeau wieder seines Weges, nachdem er mein Schuhwerk inspiziert hatte... | ![]() |
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| Am Morgen hat sich der Himmel verdunkelt. Schweres Wetter liegt in der Luft. Wir sehen zu, das Plateau zu verlassen. Hier oben wollen wir nicht vom drohenden Regen erwischt werden. Bis Boudnib fahren wir, und unsere Spritreserven gehen langsam zu Ende. Ein unverschämter Händler bietet uns denn auch gleich Sprit für 180 DH / Liter an. Bei großzügiger Umrechnung sind das immerhin 1,8 EUR pro Liter! Auch zäheste Verhandlungen können ihn nicht dazu bewegen, einen vernünftigen Preis zu nennen. Der offizielle Preis von 110DH / l ist hier weit entfernt. Wir wollen 80l - aber nicht zu diesem Preis. Zum Schluss nehmen wir ausschließlich 10 Liter, um weiter zu kommen bis zur nächsten Tankmöglichkeit. Unser Angebot, 80 l für je 150DH zu nehmen, ist ihm nicht gut genug. Ich hoffe, dass er sich noch lange über das entgangene Geschäft ärgert. Sollte er jemals die Funktionsweise seines Taschenrechners verstehen, kommt der Moment gewiss. | ||||||||||||||||||
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| Nachdem Unwetter im April dieses Jahres Marokko heimgesucht hatten, fehlen bis heute etliche Brücken. Das ganze Ausmaß soll uns allerdings erst viel später bewusst werden. Im Moment ist das Resultat für uns allerdings Abenteuer bei der Überwindung diverser Flüsse. Hier fehlt eine stabile Betonbrücke und spendet uns eine weitere "Sonderprüfung". |
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Um an den handdekantierten, vermutlich algerischen Sprit zu kommen, müssen wir allerdings noch einmal durch den Fluss. Nur gegen unseren Durst ist auf der zuerst erreichten Seite ein Kraut gewachsen. Sidi Ali (marokkanisches Wasser) wandert über unsere Camelbags in unsere durstigen Kehlen. |
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| Nun können wir die Reise auch fortsetzen. Mit frisch aufgefülltem Tank fahren wir weiter über Pisten nach Source Bleu De Meski. Schade, dass der gierige Händler in Boudnib nicht für einen vernünftigen Preis verkauft hat. Wir würden sonst direkt via Piste nach Merzouga weiterfahren. Immer wieder überrascht die Landschaft mit abwechslungsreichsten Pisten. Über tiefe Sandpassagen bis hin zur Geröllpiste geht es immer weiter. Das fordert bei der Hitze viel Kraft und Konzentration. Claudi wurde immer bunter... | ||||||||||||||||||
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Schlussendlich erreichen wir jedoch Source Bleu De Meski. Hier wollen wir heute unsere Zelte aufschlagen. Natürlich gibt es dabei wieder Tee bei Mohamed, unserem Händler-"Freund" vom letzten Jahr. Doch an diesem Abend sind wir dafür einfach zu müde und verschieben die anstrengende Zeremonie auf den folgenden Tag. Wissen wir doch, dass wir dieses Mal nicht hier sind, um die Taschen der Händler und die unseren zu füllen. Nach 316 km größtenteils Piste ist uns jetzt nach viel Schlaf.
Die Nacht ist ruhig und erholsam. Am Morgen brechen wir schnell unsere Zelte ab. Schließlich wollen wir an diesem Tag noch Merzouga erreichen. |
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| Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ich erhalte einen Armreif nach reichlicher Verhandlung für ein Viertel des ursprünglichen Preises, und Mohamed kann sein Gesicht wahren. Als Bonus erhalte ich auch noch die GPS-Koordinaten der Auberge M´haresch, denn Mohamed hat Jeeptouren von Merzouga nach Zagora geführt und kennt sich aus. Dieses Mal zeugt unser Händedruck beim Abschied von gegenseitigem Respekt und Freundschaft und ist nicht nur eine Geste. In die Höhle des Löwen / Händlers muss ich mich nun allerdings alleine begeben. Nach langen Verhandlungen steht keinem meines Teams der Sinn. Wenn ihnen auch nicht ganz klar ist, warum ich der Meinung bin, einen Besuch schuldig zu sein - ich habe es versprochen... Und so nehme ich mir die Zeit für den Small Talk. Die Motoren der vier Maschinen brummen fröhlich los, als wir die Startknöpfe drücken. Über die holprige Strasse verlassen wir den Platz und machen und auf den Weg nach Erfoud. | ||||||||||||||||||
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